Starke Argumente fürs Reisen: asr und DZG präsentieren umfangreiche Meta-Studie zur enormen globalen Bedeutung des Tourismus

20. Juli 2023 – Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG)

Alles andere als unbedeutend: In einer umfangreichen Meta-Studie unterstreichen der asr – Allianz selbständiger Reiseunternehmen e.V. und die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG)die enorme Bedeutung des Outbound-Tourismus für die globale Wertschöpfung. Als „Reiseweltmeister“ kommt Deutschland dabei eine besonders wichtige Rolle zu. Mit der Untersuchung liefern asr und DZG viele starke Argumente für (Fern-)Reisen, auch angesichts einer zunehmend kritischen Betrachtung durch Gesellschaft und Politik. Studienautor ist Tourismus-Experte Prof. Dr. Alexander Dingeldey von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW).

Die Macher der Studie führen zum Beispiel aus, dass die Politik vor allem Inlands- und Inbound-Tourismus im Fokus habe, während dem Outbound-Tourismus vielfach mit Kritik begegnet würde – unter anderem in puncto Umwelt. Tatsächlich trage der Sektor jedoch „nur“ rund acht Prozent zu den weltweiten Emissionen bei, während er gleichzeitig beinahe elf Prozent Anteil an der global wirtschaftlichen Wertschöpfung habe. „Die Politik verkennt oft die überaus positiven Aspekte des Outbound-Tourismus“, kommentiert asr-Präsidentin Anke Budde. „Dabei hat doch nicht zuletzt die Pandemie gezeigt, wie schmerzhaft das Ausbleiben internationaler Gäste die Urlaubsländer getroffen hat – wirtschaftlich, gesellschaftlich und sozial.“

So trage die Tourismus-Branche erheblich zur ökonomischen Stabilität im Ausland bei, befördere Völkerverständigung und helfe sogar, Flüchtlingsbewegungen zu reduzieren. Allein deutsche Reisende würden rund 80 Milliarden Euro pro Jahr im Ausland ausgeben. Insbesondere ärmere Staaten würden davon massiv profitieren. „Selbst in europäischen Ländern sind die Einnahmen aus dem internationalen Fremdenverkehr alles andere als eine Nebeneinkunft, so etwa in Kroatien oder im benachbarten Österreich“, so DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge.

Darüber hinaus habe der Outbound-Tourismus, der von Deutschland ausgeht, noch wesentlich mehr positive Auswirkungen – so etwa beim Naturschutz in Form von Nationalparks oder dem Erhalt der Tierwelt, so Klinge weiter. „Wer die Attraktivität von Flora und Fauna und deren Anziehungskraft auf Gäste erkennt, wird sicher einmal mehr überlegen, ob er deren Zerstörung riskiert“, ergänzt Prof. Dr. Alexander Dingeldey. „Wir sehen das beispielsweise in Afrika, wo der Safari-Tourismus deutlich Anteil daran hat, Wilderei zu bekämpfen.“

Klar sei bei allen positiven Effekten laut Studie auch: Um nachhaltig zu sein, müsse die Branche weiterhin ihre Hausaufgaben machen, wenngleich hier schon viel im Positiven passiert sei. Große Bedeutung komme etwa einer soliden Auslastungssteuerung zu. So sinke der Fußabdruck eines Passagierfluges automatisch mit steigender Auslastung. Hier seien die Airlines von Tag zu Tag „erfolgreicher“ unterwegs. „Die Zeiten halbvoller Flüge sind längst vorbei“, so Dingeldey. „Darüber hinaus streben die Airlines schon allein aus Kostengründen einem geringen Kerosinverbrauch an. Die Industrie verzeichnet ebenfalls erhebliche Fortschritte beim Thema E-Fuels. Es ist daher keine Frage mehr ob, sondern nur wie schnell nachhaltiges Fliegen kommt. Die politischen Rahmenbedingungen dafür müssen jedoch angemessen sein.“

Essenziell sei auch, welcher Anteil der Wertschöpfung durch den Tourismus im jeweiligen Zielgebiet bleibt. Als positives Beispiel dient der Meta-Studie etwa ein Robinson Club in der Türkei, dessen Mitarbeitende größtenteils aus der unmittelbaren Umgebung stammen und der seine Lebensmittel und Getränke überwiegend aus dem direkten Umfeld bezieht. „Je mehr von jedem Euro im jeweiligen Urlaubsland bleibt, desto sozialer und nachhaltiger präsentiert sich eine Reiseform“, so Budde. „In den vergangenen Jahren ist das Bewusstsein für Regionalität auf allen Ebenen weiter gestiegen.“

Neben den genannten Effekten des Auslandstourismus auf die Zielgebiete führt die Studie noch viele weitere positiven Auswirkungen aus – darunter etwa die Rolle der Branche als Innovationstreiber im Bereich Technologie. Gleichzeitig formuliert sie Forderungen an die Industrie wie etwa eine faire Preisgestaltung. Nicht zuletzt liefert sie spannendes Kartenmaterial geo-wirtschaftlicher Verteilung und analysiert die Auswirkungen finanzieller Herausforderungen auf das Reiseverhalten der Deutschen wie etwa Inflation oder steigende Heizkosten. Die Meta-Studie in voller Länge senden wir Ihnen gerne über folgendes Formular zu:

Studien-Download:

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Über den asr:

Die Allianz selbständiger Reiseunternehmen (https://asr-berlin.de) vertritt als strikt unabhängiger Bundesverband die Interessen von mittelständischen Reisebüros und Reiseveranstaltern. Ziel des Verbands ist, eine möglichst große Vielfalt von Reisemittlern und Reiseveranstaltern auf dem Markt zu erhalten. Die Bandbreite von Umsätzen und Beschäftigungszahlen der inhabergeprägten, von großen Reisekonzernen unabhängigen Mitgliedsunternehmen variiert. Neben den jährlichen Mitgliederversammlungen veranstaltet der asr Tagungen und Seminare zu aktuellen Themen und arbeitet an branchenrelevanten Projekten. Unterstützt wird der asr Bundesverband e.V. von außerordentlichen und fördernden Mitgliedern aus der Tourismusbranche.

Hintergrund

Gastwelt

Die Gastwelt ist ein vom Fraunhofer IAO und der Denkfabrik im Jahr 2022 neu konzipierter Dienstleistungssektor, der Gastlichkeit und Lebensqualität als gemeinsames Serviceprodukt in den Mittelpunkt stellt. Die Gastwelt ist durch ihre 250.000 mittelständischen Betriebe eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft und mit 6,2 Millionen Mitarbeitenden der zweitgrößte Arbeitgeber Deutschlands. Sie setzt sich aus den Gastwelt-Sektoren Beherbergung, Gastronomie, Foodservice, Tourismus und Freizeitwirtschaft zusammen und prägt damit den Alltag von Millionen Menschen. Als Arbeitgeber, Standortfaktor und Innovationsmotor trägt die Gastwelt maßgeblich zur wirtschaftlichen Stabilität bei und schafft als #HerzUnsererGesellschaft Orte der Begegnung und des sozialen Miteinanders. Ihre enge Verzahnung mit Handel, Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur macht sie zu einer unverzichtbaren Querschnittsbranche mit Millionen Arbeitsplätzen und hoher Standorttreue.

DZG

Die 2021 gegründete Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) vernetzt auf Bundesebene Politik, Wissenschaft, Verbände und hochkarätige Vertreter aller Wertschöpfungssektoren der Gastwelt (Tourismus, Hospitality, Foodservice & Freizeit). Der interdisziplinäre und überparteiliche Thinktank fokussiert sich inhaltlich auf strategische Zukunftsthemen – wie Arbeitskräftesicherung, Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und KI – und entwickelt praxisnahe Maßnahmen zur effektiveren Krisenbewältigung.

Die über 200 Mitgliedsunternehmen und Partner der Spitzenorganisation (wie z.B. die Radeberger Gruppe, Deutsche Bahn, Unilever Food, Motel One, Transgourmet, Metro, Center Parcs, Dorint, Bioland, Dussmann, NordCap, Best Reisen, FlixBus, Booking.com, Gerolsteiner) beschäftigen zusammen über 740.000 Mitarbeitende in allen Regionen Deutschlands. Außerdem engagieren sich über 20 führende Verbände und Organisationen aus allen fünf Gastwelt-Sektoren (wie z.B. die Hoteldirektorenvereinigung Deutschland HDV, der Verband Deutscher Freizeitparks VDFU, der Verband Internet Reisevertrieb VIR, der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen, die Deutsche Barkeeper-Union DBU, die Jeunes Restaurateurs Deutschland JRE, der Industrieverband Haus-, Heiz und Küchentechnik HKI) in der DZG.