DZG: Gastwelt will schnelle Regierungsbildung und klare Weichenstellungen

24. Februar 2025 – Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG)

Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) gratuliert der Union und ihrem Kanzlerkandidaten Friedrich Merz zum Wahlsieg und fordert eine zügige Regierungsbildung. Angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten und gesellschaftlicher Spannungen brauche es nun schnelle und entschlossene Weichenstellungen. Eine Große Koalition zwischen CDU und SPD könne Stabilität bringen, müsse aber auch dringend notwendige wirtschaftspolitische Reformen anstoßen.

Für die Gastwelt biete das Wahlergebnis durchaus Chancen. „Die Union hat sich im Wahlkampf klar zur Stärkung der Gastwelt bekannt – jetzt müssen diesen Worten konkrete Maßnahmen folgen“, fordert Dr. Marcel Klinge, Vorstandsvorsitzender der DZG. Die Branche mit 6,2 Millionen Beschäftigten brauche jetzt klare Perspektiven: eine Verstetigung des 7-Prozent-Mehrwertsteuersatzes für Speisen, einen konsequenten Bürokratieabbau, eine gezielte Fachkräftezuwanderung und bessere Investitionsbedingungen. „Die Politik muss handeln, bevor steigende Kosten und wirtschaftliche Unsicherheit die Betriebe weiter belasten. Die Gastwelt braucht jetzt Entlastung – nicht erst in einem Jahr. Ankündigungen aus dem Wahlkampf sollten deshalb jetzt schnell konkretes Regierungshandeln werden“, so Klinge.

Das Wahlergebnis sei aber – trotz der sehr hohen Wahlbeteiligung – auch ein Alarmsignal. Die AfD konnte stark zulegen, weil viele Menschen wirtschaftliche Perspektiven vermissen. „Das ist nicht nur eine Hypothek für den Tourismusstandort, sondern auch nach innen. Wenn sich Unsicherheit breitmacht, wächst die Unterstützung für einfache Antworten. Doch statt populistischer Parolen braucht es echte Lösungen: Wachstum, Investitionen und sichere Arbeitsplätze“, betont Klinge. Eine stabile Regierung müsse daher dringend Maßnahmen ergreifen, um wirtschaftliche Dynamik zu schaffen und das Vertrauen in die Politik zu stärken.

Die DZG fordert deshalb eine langfristige wirtschaftspolitische Strategie mit Investitionsanreizen, steuerlichen Erleichterungen und einer modernen Arbeitsmarktpolitik. Maßnahmen wie ein Maut-Moratorium bis 2029, eine Senkung der Stromsteuer auf den EU-Mindestwert und eine Reform der Netzentgelte seien entscheidend, um die Unternehmen der Gastwelt zu entlasten. „Diese Schritte sind keine Geschenke, sondern Investitionen in den Wirtschaftsstandort Deutschland“, so Klinge.

Um all dies zielführend zu begleiten, brauche die Gastwelt eine institutionelle Verankerung in der Bundesregierung. Ein Staatsminister für Tourismus im Kanzleramt könne die Branche endlich aus dem politischen Abseits holen. „Eine starke Gastwelt bedeutet wirtschaftliche Stabilität und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer das Land wirtschaftlich und sozial zusammenhalten will, darf die Gastwelt nicht übersehen. Der neue Kanzler könnte mit einer solchen Strukturentscheidung ein wichtiges Signal an die Gastwelt geben“, erklärt Klinge. Die kommende Regierung habe jetzt die Chance, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. 

Hintergrund

Gastwelt

Die Gastwelt ist ein vom Fraunhofer IAO und der Denkfabrik im Jahr 2022 neu konzipierter Dienstleistungssektor, der Gastlichkeit und Lebensqualität als gemeinsames Serviceprodukt in den Mittelpunkt stellt. Die Gastwelt ist durch ihre 250.000 mittelständischen Betriebe eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft und mit 6,2 Millionen Mitarbeitenden der zweitgrößte Arbeitgeber Deutschlands. Sie setzt sich aus den Gastwelt-Sektoren Beherbergung, Gastronomie, Foodservice, Tourismus und Freizeitwirtschaft zusammen und prägt damit den Alltag von Millionen Menschen. Als Arbeitgeber, Standortfaktor und Innovationsmotor trägt die Gastwelt maßgeblich zur wirtschaftlichen Stabilität bei und schafft als #HerzUnsererGesellschaft Orte der Begegnung und des sozialen Miteinanders. Ihre enge Verzahnung mit Handel, Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur macht sie zu einer unverzichtbaren Querschnittsbranche mit Millionen Arbeitsplätzen und hoher Standorttreue.

DZG

Die 2021 gegründete Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) vernetzt auf Bundesebene Politik, Wissenschaft, Verbände und hochkarätige Vertreter aller Wertschöpfungssektoren der Gastwelt (Tourismus, Hospitality, Foodservice & Freizeit). Der interdisziplinäre und überparteiliche Thinktank fokussiert sich inhaltlich auf strategische Zukunftsthemen – wie Arbeitskräftesicherung, Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und KI – und entwickelt praxisnahe Maßnahmen zur effektiveren Krisenbewältigung.

Die über 200 Mitgliedsunternehmen und Partner der Spitzenorganisation (wie z.B. die Radeberger Gruppe, Deutsche Bahn, Unilever Food, Motel One, Transgourmet, Metro, Center Parcs, Dorint, Bioland, Dussmann, NordCap, Best Reisen, FlixBus, Booking.com, Gerolsteiner) beschäftigen zusammen über 740.000 Mitarbeitende in allen Regionen Deutschlands. Außerdem engagieren sich über 20 führende Verbände und Organisationen aus allen fünf Gastwelt-Sektoren (wie z.B. die Hoteldirektorenvereinigung Deutschland HDV, der Verband Deutscher Freizeitparks VDFU, der Verband Internet Reisevertrieb VIR, der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen, die Deutsche Barkeeper-Union DBU, die Jeunes Restaurateurs Deutschland JRE, der Industrieverband Haus-, Heiz und Küchentechnik HKI) in der DZG.