Drohender Steuer-Schock für Hotels, Mitarbeitende und Freizeiteinrichtungen: Gastwelt-Bündnis initiiert Kampagne zum Bundeshaushalt 2025

16. Mai 2024 – Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG)

DZG: Sparideen des Bundes sind finanzielles „Endspiel“ – Branchenübergreifende Initiative will positiv für die „Destination Deutschland“ werben und sucht Unterstützer

Der Bundeshaushalt 2025 wird der politisch schwierigste Haushalt aller Zeiten werden: Ein Finanzloch von 25 Milliarden Euro, immer neue Ausgabenwünsche, internationale Verpflichtungen und eine schwächelnde Konjunktur führen wahrscheinlich dazu, dass die Ampel im kommenden Jahr Subventionen in Milliardenhöhe streichen muss – mit potenziell massiven Auswirkungen auf die Gastwelt (Tourismus, Hospitality, Foodservice, Freizeitwirtschaft), so die Einschätzung der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG). „Wir müssen jetzt präventiv handeln. Nichts zu tun, wäre die mit Abstand schlechteste Antwort und eine hoch riskante Wette“, so DZG-Präsident Gerhard Bruder. 

Angesichts der schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen stelle sich für Bruder nicht die Frage, ob „Steuervergünstigungen“ abgebaut würden, sondern allein welche. „Seit einigen Wochen kursieren verschiedene Sparideen in Berlin, die für unseren Dienstleistungssektor einen wirtschaftlichen Totalschaden darstellen und die Mitarbeiterabwanderung massiv beschleunigen würden“. Vor diesem Hintergrund werde man ab Juni eine präventive, branchenübergreifende Image- und Awareness-Kampagne auflegen. Dafür sammelt das Bündnis ab heute Gelder.

Konkret könnten die Umsatzsteuersätze auf Beherbergungsleistungen sowie auf kulturelle und unterhaltende Leistungen von sieben auf 19 Prozent steigen. Auch die Steuerbefreiung auf Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge steht wohl zur Disposition. Als besonders gefährdet sieht die DZG den reduzierten Hotel-Mehrwertsteuersatz. „Wir müssen uns intern für den Fall der Fälle vorbereiten, wenn es Ende November im Bundestag wieder zu einem Hauen und Stechen kommt, welche Steuerermäßigungen bleiben und welche wegfallen. Immerhin geht es hier um die Existenz von zehntausenden Unternehmen und Familienbetrieben“, ergänzt DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge. 

Aus diesem Grund hat die DZG den Startschuss für ein branchenübergreifendes Bündnis von Verbänden und Unternehmen gegeben. „Unser Ziel ist es, in den kommenden sechs Monaten über unsere Stärken und die wichtige gesellschaftliche wie soziale Rolle von Tourismus, Hospitality, Foodservice und Freizeitwirtschaft zu sprechen“, so der ehemalige Bundestagsabgeordnete. Dafür hat Klinge auch eine Reihe von ehemaligen Politikern von SPD und Grünen, darunter einen früheren Ministerpräsidenten, für das Projekt gewonnen.

„Wir sind bereit loszulegen, sobald wir ausreichend Finanzmittel eingesammelt haben. 150 000 Euro sind bereits zugesagt, mindestens 390 000 bis 400 000 Euro werden benötigt. Jeder Beitrag zählt, jedes Unternehmen, egal welcher Größe, kann mithelfen. Machen wir es der Ampel in den kommenden Monaten so schwer wie möglich, nach der schmerzhaften Umsatzsteuererhöhung auf Speisen, im kommenden Jahr wieder bei Millionen Gästen, Mitarbeitenden und unserem Mittelstand zu sparen.“ 

Weitere Informationen zur Initiative und der Möglichkeit, die Kampagne finanziell zu unterstützen, gibt es auf: https://dzg-blog.lodestar-dev.de/kampagne/haushalt/

Hintergrund

Gastwelt

Die Gastwelt ist ein vom Fraunhofer IAO und der Denkfabrik im Jahr 2022 neu konzipierter Dienstleistungssektor, der Gastlichkeit und Lebensqualität als gemeinsames Serviceprodukt in den Mittelpunkt stellt. Die Gastwelt ist durch ihre 250.000 mittelständischen Betriebe eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft und mit 6,2 Millionen Mitarbeitenden der zweitgrößte Arbeitgeber Deutschlands. Sie setzt sich aus den Gastwelt-Sektoren Beherbergung, Gastronomie, Foodservice, Tourismus und Freizeitwirtschaft zusammen und prägt damit den Alltag von Millionen Menschen. Als Arbeitgeber, Standortfaktor und Innovationsmotor trägt die Gastwelt maßgeblich zur wirtschaftlichen Stabilität bei und schafft als #HerzUnsererGesellschaft Orte der Begegnung und des sozialen Miteinanders. Ihre enge Verzahnung mit Handel, Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur macht sie zu einer unverzichtbaren Querschnittsbranche mit Millionen Arbeitsplätzen und hoher Standorttreue.

DZG

Die 2021 gegründete Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) vernetzt auf Bundesebene Politik, Wissenschaft, Verbände und hochkarätige Vertreter aller Wertschöpfungssektoren der Gastwelt (Tourismus, Hospitality, Foodservice & Freizeit). Der interdisziplinäre und überparteiliche Thinktank fokussiert sich inhaltlich auf strategische Zukunftsthemen – wie Arbeitskräftesicherung, Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und KI – und entwickelt praxisnahe Maßnahmen zur effektiveren Krisenbewältigung.

Die über 200 Mitgliedsunternehmen und Partner der Spitzenorganisation (wie z.B. die Radeberger Gruppe, Deutsche Bahn, Unilever Food, Motel One, Transgourmet, Metro, Center Parcs, Dorint, Bioland, Dussmann, NordCap, Best Reisen, FlixBus, Booking.com, Gerolsteiner) beschäftigen zusammen über 740.000 Mitarbeitende in allen Regionen Deutschlands. Außerdem engagieren sich über 20 führende Verbände und Organisationen aus allen fünf Gastwelt-Sektoren (wie z.B. die Hoteldirektorenvereinigung Deutschland HDV, der Verband Deutscher Freizeitparks VDFU, der Verband Internet Reisevertrieb VIR, der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen, die Deutsche Barkeeper-Union DBU, die Jeunes Restaurateurs Deutschland JRE, der Industrieverband Haus-, Heiz und Küchentechnik HKI) in der DZG.